Al-Jubouri, Amal: Soviel Euphrat zwischen uns

Amal al Jubouri gilt als eine der wichtigsten jüngeren Lyrikerinnen des Irak. Hintergrund ihrer Dichtung ist das Zweistromland, das alte Mesopotamien, mit seinen Traditionen und Mythen, festgehalten in den ersten schriftlichen Zeugnissen der Menschheit überhaupt. Enheduanna, die mesopotamische Priesterin und erste namentlich überlieferte Dichterin, ist für Amal al Jubouri eine wichtige Bezugsperson, mit der sie sich in einigen ihrer Gedichte identifiziert. Diese Gedichte sind modern in dem Sinne, daß sie Einflüsse der westlichen und der modernen arabischen Poesie subtil verarbeiten, letztlich aber eine Mystik anstreben jenseits von Intellektualität.

Für den deutschen Leser halten diese mit Bildern und Emotionen aufgeladenen Verse viele Assoziationen bereit – vom Gilgamesch-Epos bis zu Else Lasker-Schülers »orientalischen« Versen vom Prinzen Yussuf und von Tino von Bagdad.
Amal al Jubouri wurde 1967 in Bagdad geboren. Nach dem Studium der Anglistik arbeitete sie für das irakische Fernsehen, wo sie ein eigenes Kulturprogramm leitete. Außerdem war sie als literarische Übersetzerin tätig und gründete einen Literaturverlag. 1994 erschien in Amman ihr zweiter, viel beachteter Gedicht-Band, Befreit mich, ihr Worte. 1997 verließ sie den Irak, wie viele Intellektuelle ihrer Generation, die unter der Last der Diktatur, den Folgen von zwei Kriegen und langjährigen Sanktionen nicht mehr arbeiten konnten. Sie lebt heute mit ihrer Tochter in Berlin.

Im Exil veröffentlichte sie zwei weitere Gedichtbände Enheduanna, die Priesterin der Verbannung (London 1999) und Schleier (London 2003). Zahlreiche Gedichte von ihr sind ins Deutsche übersetzt und in hiesigen Literaturzeitschriften veröffentlicht worden. Im November 1999 erhielt sie auf der Beiruter Buchmesse den »Preis für das beste arabische Buch«

Amal Al-Jubouri

Euphrat

Ausgewählt von Joachim Sartorius.
32 S. / fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-932109-34-8
vergriffen
12,00 €

Nicht vorrätig

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