Paul van Ostaijen: Der Pleitejazz

Der flämische Dichter Paul van Ostaijen, 1896 in Antwerpen geboren, von Zeitgenossen als Einzelgänger und Dandy beschrieben, nach seinem frühen Tod (mit 28 Jahren) vergessen und erst heute langsam »entdeckt«, ist einer der Wegbereiter der literarischen Moderne. Von 1918-1921 lebte Ostaijen in Berlin, wo er die November-Revolution, den Spartakus-Aufstand und dessen Niederschlagung durch die Reichswehr erlebte und andererseits den Dadaisten begegnete, den Jazz und den Stummfilm entdeckte – und in Dichtung übertrug: Er schrieb das Filmszenario Der Pleitejazz – eine Herausforderung in sich: Jazz als Stummfilm und Film als Sprache -, und fing die Atmosphäre jener Zeit, von Schiebereien und zahlreichen Pleiten begleitet, in furiosen – und prophetischen – Bildern ein: Es gibt dort Koffer, Kisten, Lastwagen voller – wertloser – Wertpapiere wie während der großen Inflation von 1923. Der Pleitejazz – entstanden 1919/20, aber erst posthum veröffentlicht – ist »vibrierende Großstadtdichtung, witzig, frech, respektlos, voller Tempo, erfüllt vom Rhythmus futuristischer Lärmmusik und amerikanischer Jazzbands« (Jeanpaul Goergen), eine grandiose Dada-Groteske – im übrigen auch der »einzige bekannte Filmentwurf der Berliner Dada-Gruppe«, der bisher selbst von Filmhistorikern übersehen worden ist. Der Text erscheint erstmals in deutscher Übersetzung, in einer Typographie, die den dadaistischen Vorstellungen Ostaijens gerecht zu werden versucht.

Paul van Ostaijen

Der Pleitejazz

Aus dem Niederländischen übersetzt von Ida Rook und mit einem Nachwort von Hansjürgen Bulkowski.

32 S. / fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-921592-97-7

12,00 €

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